Von der PTR zur PTB
- 1887
- Gründung der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt (PTR)
in Berlin-Charlottenburg auf Initiative vor allem von
Werner von Siemens. Erster Präsident: Hermann von Helmholtz
(bis 1894)
- 1893
- Wien'sches Verschiebungsgesetz und 1896 Strahlungsgesetz
für den "Schwarzen Körper"
(Nobelpreis 1911)
- 1896 - 1900
- Strahlungsmessungen von Lummer, Wien, Pringsheim, Rubens
und Kurlbaum bilden die experimentelle Grundlage für Plancks
Strahlungsgesetz, mit dem die Quantenphysik beginnt.
- 1898
- Erste gesetzliche Aufgaben der PTR: Darstellung und Bewahrung
der elektrischen Einheiten und Prüfung von Messgeräten
für elektrische Gößen.
- 1913
- Geiger: Spitzenzähler für radioaktive Strahlung.
- 1915
- Einstein (als Gast) und de Haas: gyromagnetischer Effekt.
- 1917
- Kösters: Interferenzkomparator für Längenmessung.
- 1923
- Eingliederung der Reichsanstalt für Maß und Gewicht.
PTR für die Festsetzung und Sicherung aller gesetzlichen
Einheiten verantwortlich. Technische Oberaufsicht
über die Eich- und Prüfämter.
- 1925
- Bothe (Nobelpreis 1954) und Geiger: Koinzidenzmethode und
Nachweis der Gültigkeit des Energiesatzes bei der
Ionisation durch Strahlung.
Ida Tacke u. Walter Noddack: Entdeckung des Elements Rhenium.
Erste Heliumverflüssigung in Deutschland.
- 1932 - 1934
- Scheibe und Adelsberger: hochgenaue Quarzuhr, Ungleichförmigkeit
der Erdrotation erstmals messbar.
- 1933
- Meißner und Ochsenfeld: Magnetfeldverdrängung aus Metallen beim
Übergang zur Supraleitung.
- 1939 - 1945
- Normalfrequenzaussendung über den Deutschlansender in Zeesen.
- 1943 - 1945
- Verlagerung der meisten PTR-Laboratorien aus Berlin, vor allem
nach Weida in Thüringen.
Schwere Kriegsschäden an den Berliner Geäuden.
Nach Wiederaufbau:
- 1945
- in Braunschweig: PTR -> PTA (1948) -> PTB (1950)
und in Berlin: West: PTR-Berlin in Charlottenburg (bis 1953)
Ost: PRT -> DAMG (1946) -> DAM (1961) ->
DAMW (1964) -> ASMW (1973), zuletzt in Friedrichshagen
- 1950
- Die PTB in Braunschweig wird metrologisches Staatsinstitut
der Bundesrepublik Deutschland.
Das Institut Berlin der PTB
- 1953
- PTR-Berlin wird Institut Berlin (IB) der Physikalisch-Technischen
Bundesanstalt Braunschweig und Berlin.
- 1968
- Neue Gruppe Hochtemperatur- und Vakuumphysik im IB.
- 1969
- Einheitengesetz und Eichgesetz weisen der PTB Aufgaben zu.
- 1977
- Gründung des Deutschen Kalibrierdienstes (DKD)
Gruppe Elektrische Meßtechnik wird
Tieftemperaturphysik.
- 1978
- Das Zeitgesetz beauftragt die PTB mit Darstellung
und Verbreitung der gesetzlichen Zeit.
Gruppe Festkörperphysik wird
Medizinische Meßtechnik.
- 1979
- Rahmenvertrag über Errichtung und Betrieb des
Berliner Elektronen-Speicherrings für Synchrotronstrahlung
(BESSY). Betrieb des Speicherrings ab 1981.
Die PTB betreibt bei BESSY ein Laboratorium, das die
Synchrotronstrahlung für die optische Metrologie vor
allem bei kurzen Wellenlängen nutzt.
- 1981
- Magnetisch geschirmte Kabine für biomagnetische
Untersuchungen mit hochempfindlichen SQUIDs.
- 1983
- Gruppe Mechanik und Wärmetechnik
wird Angewandte Wärmemeßtechnik.
- 1984
- Nachweis, dass BESSY bei geeigneten Betriebsparametern
eine Strahlungsquelle mit berechenbarer Strahlungsleistung
darstellt (radiometrisches Primärnormal wie zuvor
nur der Hohlraumstrahler).
- 1988
- Neue Gruppe Biosignale.
- 1990
- Übernahme der Aufgaben im Messwesen des ehemaligen
Amts für Standardisierung, Meßwesen und
Warenprüfung (ASMW) der DDR. Im Zusammenhang damit:
Neuorganisation des IB, Einrichtung der Abteilung Temperatur,
Medizinische Meßtechnik sowie einer Dienststelle
Friedrichshagen.
Im Hochtemperaturbereich oberhalb 631°C beruht die neue
Internationale Temperaturskala ITS-90 wesentlich auf
Arbeiten der PTB, die im IB durchgeführt wurden.
- 1991
- Neue Abteilungen Temperatur und Synchrotronstrahlung und
Medizinphysik und Informationstechnik im IB.
Zuständigkeit für die Temperaturskala in Berlin.
Konzentration der PTB auf die Standorte Braunschweig und
Berlin-Charlottenburg im folgenden Jahrzehnt.
- 1992
- Berlin-Adlershof als Standort für BESSY II ausgwählt.
Betrieb des Speicherrings ab 1998.
Zusammenarbeit auf dem Gebiet der medizinischen Messtechnik,
speziell der messtechnischen Diagnostik, mit dem Klinikum
Steglitz der Freien Universität Berlin. 1993
Einrichtung eines PTB-Laboratorium im Klinikum Steglitz.
- 1993
- Messplatzes für medizinische Lasermesstechnik
zur Tumorerkennung in der Robert-Rössle-Klinik
am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin.
- 1994
- Das Medizinproduktegesetz legt weitere Aufgaben der PTB fest.
- 1999
- Formelle Einweihung des von BESSY zu BESSY II verlagerten
Synchrotronstrahlungslaboratoriums der PTB mit einer
Festveranstaltung 100 Years of Radiometry - 1899 to 1999 im IB.
Stilllegung von BESSY.
Umzug des Berliner Landesamts für Mess- und Eichwesen
(LME) vom PTB-Gelände in das ehemalige
BESSY-Gebäude in Berlin-Wilmersdorf.
Die PTB nutzt die freiwerdenden Gebäude für
die Standortkonzentration in Berlin.
- 2000
- Einweihung des wiederhergerichteten ehemaligen
Deutschen Arbeitsschutzmuseums in unmittelbarer Nachbarschaft
zu den übrigen Gebäuden des IB als
Hermann-von-Helmholtz-Bau.
Internationale Provisional Low Temperature Scale 2000
(PLTS-2000) für den Tieftemperaturbereich von 0,9 mK bis
1 K, an deren Erstellung die PTB maßgeblich beteiligt war.
- 2001
- Verabschiedung der PTB vom Standort Berlin-Friedrichshagen mit
der Veranstaltung Die PTB - 10 Jahre nach der deutschen
Vereinigung.
- 2003
- Abschluss der Konzentration auf Charlottenburg am Berliner
PTB-Standort mit der Einweihung des Neubaus Gerätebau
Berlin auf dem zuvor vom Berliner LME genutzten
Teil des PTB-Geländes.
Neue Fachbereichsstruktur auch der beiden Berliner
Fachabteilungen im Rahmen einer Reform der
PTB-Aufbauorganisation.
- 2004
- Die Europäische Richtlinie für Messgeräte
(MID) wird beschlossen.
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Die Anfänge
Die Physikalisch-Technische Reichsanstalt in Berlin
wurde schnell ein Vorbild für die Gründung
ähnlicher staatlicher metrologischer Institute
in mehr als 100 Ländern bis heute.
Beispiele sind das National Physical Laboratory
(NPL), das 1900 in Grossbritannien gegründet
wurde und das National Bureau of Standards,
heute das National Institute of Standards (NIST),
das ein Jahr später in den USA enstand.
Werner von Siemens
1816 - 1892
Wilhelm Wien
1864 - 1928

Otto Lummer
1860 - 1925
Ferdinand Kurlbaum
1857 - 1927

Ernst Pringsheim
1859 - 1917
Walter Bothe
1891 - 1957

Hans Geiger
1882 - 1945

Albert Einstein
1879 - 1955
Wilhelm Kösters
1876 - 1950
Ida Noddack
1896 - 1978

Walter Noddack
1893 - 1960
Adolf Scheibe
1894 - 1958
Walther Meißner
1882 - 1974

Robert Ochsenfeld
1901 - 1993
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